Nachhaltig leben wird in Waldbronn schwieriger: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) hat alle fünf Kleidercontainer in Reichenbach entfernt. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich nun: Wohin mit Altkleidern, Schuhen und Textilien? Auslöser für die Diskussion war ein Beitrag in der Waldbronner Facebookgruppe. Dort berichtete eine Anwohnerin, dass mehrere bekannte Standorte plötzlich leer seien.
Laut Ortsverwaltung liegt der Grund in massiven Fehlwürfen. In den Containern landeten demnach zunehmend Dinge, die dort nicht hingehören – darunter Restmüll wie Pizzakartons, Flaschen oder Getränkedosen. Das Recycling sei dadurch wirtschaftlich nicht mehr möglich gewesen. Im Amtsblatt wurde bereits im Dezember erklärt, dass die beauftragte Firma unter diesen Bedingungen nicht mehr rentabel arbeiten könne. Eine neue Lösung wäre wünschenswert – aktuell gibt es jedoch keine Ersatzstandorte.
Eine Option ist die Spendenannahme des Diakonischen Werks in Karlsruhe (Windeckstraße 7). Gut erhaltene Kleidung wird in den Secondhand-Läden Kashka und Déjà-vu günstig weiterverkauft. Die Einnahmen unterstützen soziale Projekte der Diakonie.
Das DRK empfiehlt außerdem den Sozialkaufhof W54 in Bretten. Kleiderspenden werden nach telefonischer Absprache angenommen: (0 72 52) 9 66 42 37
Seit Januar 2025 gilt in Karlsruhe und im Landkreis die Getrenntsammlungspflicht für Alttextilien:
Das Landratsamt betont: Die Entscheidung, was noch sammelwürdig ist, treffen Verbraucherinnen und Verbraucher selbst.
Gleichzeitig gilt seit Januar 2025 auch eine EU-Vorgabe: Alttextilien sollen grundsätzlich getrennt gesammelt werden – auch beschädigte oder untragbare Stücke. Ziel ist mehr Wiederverwendung und Recycling, statt Verbrennung im Restmüll.
Das Umweltbundesamt geht von durchschnittlich 19 Kilogramm Textilverbrauch pro Person und Jahr in Deutschland aus. Offiziell verwertet werden laut Statistischem Bundesamt jedoch nur rund zwei Kilogramm pro Person – ein Bruchteil. (vim/red.)