Nach einer rund einstündigen Diskussion hat der Waldbronner Gemeinderat die Erhöhung der Elternbeiträge für Kindertageseinrichtungen und die Schulkindbetreuung beschlossen. Mit 14 zu 4 Stimmen votierten die Räte für eine Anhebung der Gebühren um 4,5 Prozent zum September 2026.
Bereits im vergangenen Jahr war eine vorgeschlagene Erhöhung um 7,5 Prozent im Gemeinderat gescheitert. Bürgermeister Christian Stalf warb diesmal eindringlich für die Zustimmung. Waldbronn gehe keinen Sonderweg, sondern orientiere sich an den Empfehlungen des Städte- und Gemeindetags Baden-Württemberg sowie der Kirchen, betonte er.
Lena Arzner (Bündnis 90/Die Grünen) sprach sich im Namen ihrer Fraktion gegen die Erhöhung aus. Waldbronn verfüge derzeit nicht über Betreuungsangebote, die eine solche Anpassung rechtfertigten. Als Beispiele nannte sie die provisorische Unterbringung der Kita Etzenrot sowie die Situation der Waldhöhle in Busenbach. Zudem gehöre Waldbronn bereits jetzt zu den Gemeinden mit vergleichsweise hohen Kita-Gebühren in der Region.
Lediglich bei der Staffelung der Beiträge für Familien mit mehreren Kindern sah die Grünen-Fraktion Anpassungsbedarf.
Desiree Fuchs (Freie Wähler) erkundigte sich nach der Möglichkeit eines Auswärtigenzuschlags. Reinhold Bayer, Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung, erklärte jedoch, dass sich ein solcher Zuschlag durch den Besuch Waldbronner Kinder in auswärtigen Einrichtungen weitgehend relativieren würde.
Sven Puchelt (SPD) sprach von einem „Dilemma“, da die SPD grundsätzlich eine gebührenfreie Kinderbetreuung anstrebe. Dennoch unterstütze seine Fraktion die Erhöhung angesichts der finanziellen Rahmenbedingungen.
Michael Kiefer (Aktive Bürger) verwies darauf, dass der angestrebte Elternbeitragsanteil von 20 Prozent der Betriebskosten in Waldbronn deutlich verfehlt werde. Beim Kindergarten Schwalbennest liege dieser beispielsweise bei lediglich 14,5 Prozent. Da die geplante Erhöhung in etwa der Steigerung der Personalkosten entspreche, könne seine Fraktion zustimmen.
Auch die CDU-Fraktion signalisierte Zustimmung. Jürgen Kußmann verwies darauf, dass nicht nur die Elternbeiträge, sondern auch die Einkommen vieler Familien gestiegen seien. Gleichzeitig müsse die Gemeinde steigende Forderungen der kirchlichen und privaten Träger auffangen. Verbesserungsbedarf sehe die CDU jedoch weiterhin bei einzelnen Betreuungsangeboten.
Für Familien mit einem Kind steigt der Beitrag für eine Kindergartengruppe mit verlängerten Öffnungszeiten (VÖ) von bisher 205 Euro auf 214 Euro monatlich. Der Ganztageskindergarten verteuert sich von 440 auf 460 Euro. Für einen Platz in der Kinderkrippe mit verlängerten Öffnungszeiten werden künftig 501 statt bisher 479 Euro fällig.
Hinzu kommen jeweils die Kosten für Verpflegung und weitere individuell genutzte Angebote. (heh/red.)