Auf der Grünfläche zwischen Frankenstraße und Keltenstraße in Langensteinbach sollen fünf Einfamilienhäuser und sieben Tiny Houses entstehen. Insgesamt sind damit zwölf bis 17 Wohneinheiten geplant. Erst der Abriss des Hummelstalls ermöglichte die Erschließung Darüber informierte Karlsbads Bürgermeister Björn Kornmüller in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats.
Mit einer Enthaltung billigte das Gremium den Vorentwurf des Bebauungsplans. Damit wurden zugleich der erweiterte Geltungsbereich, die örtlichen Bauvorschriften sowie die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit auf den Weg gebracht. Da sich sämtliche Grundstücke im Eigentum der Gemeinde befinden, verfügt Karlsbad über gute Voraussetzungen für eine gezielte Entwicklung des Areals.
„Die dienstälteren Gemeinderätinnen und Gemeinderäte wissen, dass seit 2017 über die Nachverdichtung der Flächen zwischen Frankenstraße und Keltenstraße gesprochen wird“, sagte Kornmüller. Roland Rädle (CDU) erinnerte schmunzelnd daran, dass erste Überlegungen bereits deutlich früher angestellt worden seien – noch gegen Ende von Kornmüllers Grundschulzeit.
Die Zufahrt zum neuen Wohngebiet erfolgt über die Grundstücke Frankenstraße 5 und 7. Diese wurden durch den Abriss des sogenannten Hummelstalls frei.
Im vorderen Bereich des Areals sind auf Grundstücken zwischen 330 und 460 Quadratmetern fünf zweigeschossige Einfamilienhäuser vorgesehen. Dahinter sollen auf Parzellen mit 200 bis 250 Quadratmetern sieben Tiny Houses entstehen. Die kleinen Wohnhäuser verfügen in der Regel über Wohnflächen zwischen 15 und 50 Quadratmetern und zeichnen sich durch eine platzsparende Bauweise, intelligente Raumnutzung und häufig auch nachhaltige Baukonzepte aus.
Die Gemeinde Karlsbad wird die Grundstücke für die Einfamilienhäuser verkaufen, während die Flächen für die Tiny Houses verpachtet werden sollen. Durch die Ausweisung als Sondergebiet bleibt die Nutzung flexibel. So könnten die Grundstücke künftig gegebenenfalls auch für Doppelhäuser genutzt werden.
Für jede Wohneinheit der Einfamilienhäuser sind zwei Stellplätze nachzuweisen. Bei den Tiny Houses genügt jeweils ein privater Stellplatz. Darüber hinaus sind sechs öffentliche Parkplätze innerhalb des Quartiers vorgesehen.
Für die CDU-Fraktion bezeichnete Roland Rädle den Abriss des Hummelstalls als „strategisch sehr klugen Schachzug“. Die geplante Bebauung mit Tiny Houses sei „sehr charmant“, weshalb seine Fraktion zustimme.
Joachim Karcher (Freie Wähler) lobte die aufgelockerte Bebauung. Eine zu massive Entwicklung habe der Gemeinderat stets vermeiden wollen. Auch er bewertete die Tiny Houses positiv, gab jedoch zu bedenken, dass unklar sei, ob der Trend dauerhaft anhalte. Zudem hätten sich die Preise für solche Häuser teilweise verdoppelt oder sogar verdreifacht.
„Insgesamt eine gute Lösung, aber mit einigen Haken“, erklärte Uwe Rohrer für die Grünen. Seine Fraktion bedauere den Verlust einer größeren innerörtlichen Grünfläche. Kritisch sehe man außerdem das zusätzliche Verkehrsaufkommen sowie die aus ihrer Sicht geringe Zahl an Stellplätzen.
„Wir sagen auf jeden Fall Ja zu dieser variantenreichen Lösung“, betonte Reinhold Haas (SPD). Das Konzept sei über mehrere Jahre hinweg entwickelt worden und wirke durchdacht. Er erkundigte sich nach der Zufahrt für größere Fahrzeuge wie Lastwagen oder Feuerwehrfahrzeuge. Die Verwaltung erläuterte, dass die Breite der Erschließungsstraße ausreichend sei. Fahrzeuge müssten jedoch aus dem hinteren Bereich rückwärts fahren, um auf dem Wendehammer wenden zu können. Dies gelte auch für Müllfahrzeuge. (heh/red.)