Dieser Erfolg dürfte einen besonderen Platz in der Geschichte der Feuerwehr Waldbronn einnehmen: 13 Feuerwehrleute haben am 19. Juni in Bad Mingoldsheim das Leistungsabzeichen in Gold nach den neuen Richtlinien erfolgreich bestanden. Damit sind sie nach Angaben der Gemeinde die ersten Teilnehmer aus dem Landkreis Karlsruhe – möglicherweise sogar die ersten in ganz Baden-Württemberg –, die die höchste Leistungsprüfung der Feuerwehr unter den seit März geltenden Vorgaben absolviert haben.
Dass zahlreiche Kameradinnen und Kameraden aus den Einsatzabteilungen und der Altersabteilung sowie Familienangehörige und Freunde die rund 45 Kilometer lange Anreise auf sich nahmen, um die Prüfung zu verfolgen, unterstreicht die besondere Bedeutung dieses Tages.
Das Leistungsabzeichen in Gold ist die höchste Leistungsstufe der Feuerwehr Baden-Württemberg und verlangt den Teilnehmern sowohl fachlich als auch körperlich alles ab. Im Mittelpunkt steht eine realitätsnahe Einsatzübung: Ein vollständiger Löschangriff muss aufgebaut, eine Person aus einem Gebäude gerettet und anschließend fachgerecht versorgt werden. Dabei kommt es auf jeden einzelnen Handgriff und ein perfekt eingespieltes Team an.
Zusätzlich werden umfangreiches feuerwehrtechnisches Fachwissen, Einsatztaktik sowie der sichere Umgang mit Fahrzeugen und Geräten geprüft. Auch Sprechfunk, der Aufbau einer Saugleitung, das sichere Anheben von Lasten oder das vollständige Anlegen der Atemschutzausrüstung gehören zu den möglichen Prüfungsinhalten. Für sämtliche Aufgaben gelten strenge Zeitvorgaben.
Die neuen Richtlinien hatte das Innenministerium erst am 16. März veröffentlicht. Für die 13 Prüflinge bedeutete dies nur drei Monate Zeit für die Vorbereitung. In zahlreichen Übungsstunden trainierten sie intensiv, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. An den Start gingen zwei Gruppen mit den Gruppenführern Alexander Kraft und Sebastian Roisl, den Maschinisten Christian Walter und Thorsten Huck sowie Arthus Ignatowitz, Julian Altenburger, Sören Kugler, Florian Ungermann, Andreas Slotta, Martin Anderer, Kay Müller, Lars Musler und Paul Seitz.
Neben den anspruchsvollen Aufgaben stellte auch das Wetter die Feuerwehrleute vor eine zusätzliche Herausforderung. Bei Temperaturen von bis zu 37 Grad waren Ausdauer, Konzentration und körperliche Belastbarkeit besonders gefragt. Die intensive Vorbereitung zahlte sich aus: Beide Gruppen bestanden die Prüfung erfolgreich und schrieben damit ein weiteres Kapitel der Waldbronner Feuerwehrgeschichte. Dass einen Tag später auch zwei Gruppen aus Karlsbad die Leistungsabzeichen in Gold beziehungsweise Bronze ablegten, schmälert die Freude in Waldbronn keineswegs.
Erst zum vierten Mal überhaupt trat eine Gruppe der Feuerwehr Waldbronn zur Abnahme des Gold-Leistungsabzeichens an. Die erfolgreiche Teilnahme von gleich zwei Gruppen unterstreicht nach Angaben der Gemeinde eindrucksvoll das hohe Ausbildungsniveau und das außergewöhnliche Engagement der Wehr. (ksk/red.)