Karlsbad Redaktion

Karlsbad prüft Sicherheit für Fußgänger: Vier Standorte im Fokus

16. Juli 2026 Lesedauer
Foto: Jürgen Augenstein
Foto: Jürgen Augenstein

Wo können in Karlsbad neue Fußgängerüberwege entstehen? Mit dieser Frage hat sich der Gemeinderat auf Antrag der CDU-Fraktion beschäftigt. Im Mittelpunkt standen vier mögliche Standorte. Ob dort tatsächlich Zebrastreifen eingerichtet werden, entscheidet jedoch die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts Karlsruhe.
Wie der stellvertretende Hauptamtsleiter Jürgen Augenstein erläuterte, müssen für die Genehmigung bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. In der Spitzenstunde müssen in der Regel mindestens 25 Fußgänger die Straße queren und zugleich mindestens 200 Fahrzeuge unterwegs sein. Die Ergebnisse der Beratung werden nun an das Landratsamt weitergeleitet.

Siemensstraße: Mehr Verkehr durch Neubau

Ein möglicher Fußgängerüberweg wird im Bereich Siemensstraße/Hertzstraße geprüft. Durch das neue Gebäude „H-5“ hat sowohl der Auto- als auch der Fußgängerverkehr zugenommen.
Bereits 2021 wurden dort in der Spitzenstunde rund 530 Fahrzeuge gezählt. Ob allerdings die erforderliche Zahl von 25 querenden Fußgängern erreicht wird, gilt als fraglich. Sollte dort ein Zebrastreifen eingerichtet werden, müsste die Gemeinde die Kosten von rund 25.000 Euro übernehmen.

Dobelstraße: Wunsch nach sicherer Querung

Auch in der Dobelstraße wird seit längerer Zeit ein Fußgängerüberweg gefordert. Nach Einschätzung der Verwaltung wäre eine Querungshilfe grundsätzlich sinnvoll.
Zwar wird auch hier die erforderliche Zahl an Fußgängern bislang nicht erreicht, die notwendige Verkehrsbelastung mit mehr als 200 Fahrzeugen pro Spitzenstunde ist jedoch gegeben. Die Kosten würden in diesem Fall der Landkreis tragen.

Ettlinger Straße: Schulweg spricht für Überweg

Ein weiterer möglicher Standort befindet sich an der Ettlinger Straße im Bereich der Bahnüberführung. Dort wird seit Jahren über eine sichere Querungsmöglichkeit diskutiert. Da die Stelle Bestandteil des Schulwegeplans ist, muss vor allem das Verkehrsaufkommen bewertet werden. Bei der letzten Zählung wurden rund 600 Fahrzeuge in der Spitzenstunde erfasst – ein Wert, der nach Angaben der Verwaltung sogar den Bau einer Fußgängerampel rechtfertigen könnte. Die Finanzierung würde in diesem Fall über den Landkreis mit Landesmitteln erfolgen.

Schulzentrum: Andere Lösungen gefragt

Am Schulzentrum gelten besondere Rahmenbedingungen. Da sich der Bereich in einer Tempo-30-Zone befindet, sind klassische Fußgängerüberwege dort in der Regel nicht zulässig. Stattdessen soll die Verkehrssituation im Zuge des Schulwegekonzepts und der geplanten Hallensanierung insgesamt neu betrachtet werden. Ziel ist es, die Querungswege für Schülerinnen und Schüler möglichst kurz und sicher zu gestalten.

Entscheidung steht noch aus

Ob und an welchen Standorten tatsächlich neue Fußgängerüberwege entstehen, entscheidet nun die Straßenverkehrsbehörde des Landratsamts Karlsruhe auf Grundlage der geltenden Vorschriften und aktueller Verkehrszahlen.