Rund 250 Stühle standen bei der Bürgerveranstaltung am 23. September in Wolfartsweier bereit, nur wenige blieben leer. Das Interesse an einem möglichen Tante-Enso-Markt im Stadtteil ist groß. Gemeinsam mit der Bürgerinitiative Lebenswertes Wolfartsweier informierten Ortsvorsteher Dr. Anton Huber und Tante-Enso-Gründer und Geschäftsführer Thorsten Bausch über das Vorhaben. „Dass einem etwas wirklich wichtig ist, merkt man erst, wenn es weg ist“, sagte Huber zur Begrüßung. Kaum ein Thema habe die Menschen in den vergangenen eineinhalb Jahren so bewegt wie die fehlende Nahversorgung.
Fast 500 Teilhaber bereits jetzt
Thorsten Bausch, der eigens aus Bremen angereist war, würdigte das Engagement der Bürgerinitiative. Noch vor dem offiziellen Kampagnenstart seien bereits knapp 500 der benötigten 1.200 Teilhaber gewonnen worden. Einen solchen Start habe es bei Tante Enso bislang nicht gegeben. „Bisher ist noch keine Kampagne gescheitert“, sagte Bausch.
In Wolfartsweier soll ein rund um die Uhr zugänglicher Vollsortimenter entstehen. Die Preise seien laut Bausch mit denen von Rewe oder Edeka vergleichbar. Geplant seien außerdem fünf bis sieben Arbeitsplätze. Der Markt soll barrierefrei gestaltet werden und unter anderem über breitere Gänge und niedrige Regale verfügen.
Regionale Anbieter sollen eine Chance bekommen
Auch beim Sortiment können die Teilhaber mitbestimmen. Unter dem Konzept der „Lokalen Helden“ können sich kleine Start-ups, Manufakturen und regionale Anbieter wie Metzger, Landwirte oder Imker für einen Platz im Markt bewerben. Über die Auswahl stimmen die Teilhaber ab.
ie das genossenschaftliche Konzept funktioniert, konnten die Besucher bei der Veranstaltung direkt ausprobieren. Zur Wahl standen drei Farbkombinationen für den künftigen Markt. Durchgesetzt hat sich ein sonnengelber Tante-Enso-Schriftzug in Kombination mit Petrol.
Hoffnung auf bessere Nahversorgung
Bei den Besuchern überwogen nicht nur Zuversicht, es gab auch Zweifel, ob die erforderliche Zahl an Teilhabern erreicht werden kann. „Ich habe große Zweifel, dass wir die hohe Zahl von 1.200 Teilhabern schaffen, was ich allerdings sehr bedauern würde“, sagte Sabine Reuter.
Monika Kuntz zeigte sich dagegen vom Auftritt Bauschs und dem Engagement der Bürgerinitiative überzeugt. Sollte der Markt kommen, wolle sie dort auf jeden Fall einkaufen. Für Christa Lohmeyer wäre ein neuer Nahversorger besonders wichtig: „Ich fände es toll, wenn es wieder einen Nahversorger in unserem Dorf gibt, weil ich nicht mehr so mobil und aktuell immer auf jemanden angewiesen bin, wenn ich etwas einkaufen muss.“
Kampagne läuft bis zum 21. Oktober
Ob der Tante-Enso-Markt tatsächlich nach Wolfartsweier kommt, hängt davon ab, ob die erforderlichen 1.200 Teilhaber gewonnen werden. Entscheidend sind dabei alle Teilhaber mit Wohnsitz im Postleitzahlengebiet 76228. Auch Kinder können Teilhaber werden. Die Kampagne läuft noch bis zum 21. Oktober. Wer Unterstützung bei der Anmeldung benötigt, kann sich an die Tante-Enso-Paten wenden. Weitere Informationen zur Kampagne und zur Beteiligung gibt es online unter tanteenso.de – Standort Wolfartsweier. (aw/red.)
