In Wettersbach wächst seit Monaten der Unmut über Projekte, die trotz jahrzehntelanger Planungen einfach nicht vorankommen. Besonders im Fokus stehen der Radweg nach Wolfartsweier sowie der geplante Lebensmittel-Vollsortimenter auf dem Grundstück des ehemaligen Wertstoffhofs neben der Feuerwehr in Grünwettersbach. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich, warum es auf einem längst baureifen Grundstück weiterhin keinerlei Fortschritte gibt.
Der Frust über die stagnierenden Entwicklungen spiegelt sich in einem neuen Antrag des gesamten Wettersbacher Ortschaftsrats wider. Einstimmig wird die Stadtverwaltung darin aufgefordert, einen detaillierten öffentlichen Sachstandsbericht vorzulegen – inklusive Stellungnahmen der zuständigen Fachämter der Stadt Karlsruhe. Der Antrag umfasst 13 konkrete Fragen, die die seit über 24 Jahren laufenden Verfahren, Beratungen und Verzögerungen betreffen. Ziel des Gremiums ist es, endlich Transparenz über den tatsächlichen Projektstand zu erhalten und den Weg für den dringend benötigten Lebensmittelmarkt freizumachen.
Im Ort kursieren inzwischen Gerüchte, dass der potenzielle Investor für den Vollsortimenter abgesprungen sei. Grund dafür sollen immer neue Auflagen und damit verbundene steigende Kosten sein. Das Projekt könnte dadurch wirtschaftlich unattraktiv geworden sein – ein Vorwurf, der in Wettersbach immer lauter diskutiert wird.
Der Ortschaftsrat möchte dies nicht akzeptieren und fordert mit seinem Antrag mehr Klarheit und weniger bürokratische Hürden. Der Redaktion liegt das Dokument vor.
Auch beim Radweg zwischen Grünwettersbach und Wolfartsweier gibt es kaum Fortschritte, obwohl die Planung seit mehr als 20 Jahren läuft. Zuletzt wurde im Ortschaftsrat die Variante mit Böschungsabsicherung durch „Bewehrte Erde“ vorgestellt. Doch mittlerweile gilt diese Planung als unvollständig und nicht realistisch umsetzbar. Im Raum steht nun die Möglichkeit, eine neue, umweltfreundlichere Planung zu erarbeiten – allerdings zu vermutlich deutlich höheren Kosten. Viele Wettersbacher, ebenso wie der Ortschaftsrat, fordern daher eine transparente Kommunikation und eine Lösung, die sowohl umweltverträglich als auch umsetzbar ist. Ein weiterer Knackpunkt: Die Frage der Finanzierung. Da der Radweg entlang einer Landesstraße verläuft, trägt das Land Baden-Württemberg die kompletten Kosten. Ob zusätzliche Mehrkosten übernommen werden, ist bislang unklar.