In Wettersbach sollen künftig „Plauderbänke“ entstehen – Orte, die bewusst zum Gespräch einladen. Die Idee stammt ursprünglich aus England und inspirierte die VOLT-Fraktion im Karlsruher Gemeinderat, ähnliche Bänke auch in Karlsruhe zu beantragen. Der Gemeinderat stimmte dem zu und bat die Ortschaftsräte um Vorschläge für geeignete Standorte. Im Wettersbacher Ortschaftsrat wurde das Thema lebhaft diskutiert. Aufgrund der angespannten Haushaltslage können keine neuen Bänke angeschafft werden. Stattdessen sollen bereits vorhandene Sitzgelegenheiten als Plauderbänke ausgewiesen werden. „Vielleicht hat der örtliche Bauhof noch eine Bank auf Lager, die wir zusätzlich nutzen können“, erklärte Ortsvorsteherin Kerstin Tron.
Die Wettersbacher Ortschaftsräte begrüßen die Initiative. Ortschaftsrätin Marianne Köpfler (CDU/FW) betonte, dass mit geringem Aufwand neue Möglichkeiten für soziale Kontakte geschaffen werden. Sebastian Weber (BFW) bezeichnete die Idee als modernes „Speed-Dating“.
Kritische Stimmen gab es ebenfalls: Ursula Seliger (BFW) sieht darin eine bedenkliche gesellschaftliche Entwicklung. Früher hätten Bänke in der Dorfmitte ausgereicht, um unkompliziert ins Gespräch zu kommen. Peter Fehst (SPD) ergänzt, dass manche Menschen nicht angesprochen werden möchten. „Wer sich auf eine bereits belegte Bank setzt, wird manchmal als aufdringlich wahrgenommen“, erklärte er.
Damit Plauderbänke leicht erkennbar sind, sollen sie farblich markiert werden. Schilder sind aufgrund knapper Mittel nicht möglich, stattdessen werden Farbe oder Folien eingesetzt. Die Ortsverwaltung Wettersbach sucht Kooperationspartner für die Gestaltung der Bänke. Der Bauhof unterstützt dabei. (sfe.)