Grötzingen Redaktion

Plauderbänke in Grötzingen: Ortschaftsrat setzt Zeichen gegen Einsamkeit

24. März 2026 Lesedauer
Foto: Sven Scherz-Schade
Foto: Sven Scherz-Schade

Einfach hinsetzen und ins Gespräch kommen Ein einfaches Schild mit großer Wirkung: In Grötzingen sollen sogenannte Plauderbänke entstehen. Der Ortschaftsrat beschloss am 18. Februar mit deutlicher Mehrheit die Einführung dieses niedrigschwelligen Angebots gegen Einsamkeit im öffentlichen Raum.

Plauderbänke fördern Begegnung im Alltag

Die Idee ist bewusst einfach gehalten: Bestehende Sitzbänke werden als „Plauderbank“ gekennzeichnet. Wer dort Platz nimmt, signalisiert Offenheit für Gespräche. Neue Möbel sind nicht erforderlich – stattdessen nutzt Grötzingen vorhandene Bänke, etwa am Niddaplatz, Rathausplatz, in der Grezzostraße oder am Mühlgraben.
Die Kennzeichnung erfolgt durch Folien oder Schablonen. Die vorhandene Infrastruktur bleibt bestehen. Die Umsetzung gilt als kostengünstig und schnell realisierbar.

Erfolgsmodell aus England erreicht Karlsruhe

Das Konzept stammt aus England, wo 2018 die ersten „Chat Benches“ eingerichtet wurden. Inzwischen hat sich die Idee auch in Deutschland verbreitet. In Karlsruhe existiert bereits eine Plauderbank auf dem Gelände des TSV Bulach. Dort gilt sie als fester Bestandteil des Quartierslebens. Die Stadt setzt bei der Auswahl neuer Standorte auf lokale Akteure wie Bürgervereine, den Stadtseniorenrat Karlsruhe und die Ortschaftsräte.

Zustimmung im Ortschaftsrat – Hinweise zur Pflege

Im Ortschaftsrat stieß das Projekt auf breite Zustimmung. Plauderbänke gelten als niedrigschwelliges Angebot, das insbesondere älteren Menschen und Zugezogenen den Einstieg in Gespräche erleichtern kann.
Zugleich wurde auf die Pflege bestehender Bänke hingewiesen. Die Verwaltung betonte, dass alle Standorte erfasst sind. Die Instandhaltung bleibt jedoch angesichts begrenzter Ressourcen eine dauerhafte Aufgabe.

Kleine Maßnahme mit großer Wirkung

Die Einführung der Plauderbänke zeigt: Bereits kleine Veränderungen im öffentlichen Raum können soziale Begegnung fördern. Ein freier Platz auf einer Bank kann künftig genügen, um ins Gespräch zu kommen. (svs/red.)