Stupferich Redaktion

Vom Korn zum Brot: Neue Ausstellung im Heimatmuseum Stupferich

9. April 2026 Lesedauer
Foto: Victoria Makarova
Foto: Victoria Makarova

Das Stupfericher Heimatmuseum lädt mit einer neuen Wechselausstellung zu einer spannenden Reise durch die Geschichte des Brotes ein. Unter dem Titel „Vom Korn bis zum Brot“ zeigt das Museum Exponate rund um Getreide, Bäckereitradition und Alltag vor über 100 Jahren.

Historische Schätze in der „guten Stube“

Veronika Brunner-Häge steht in der „guten Stube“, einem der drei Räume der Dauerausstellung, und streicht über das alte Harmonium. „Das ist wie durch ein Wunder hier gelandet. Eigentlich sollte es zum Sperrmüll“, erzählt sie. In der „guten Stube“, früher nur an Sonn- und Feiertagen genutzt, ist es heute sicher aufgehoben und symbolisiert den gehobenen Stand des Hauses.
Die beiden Heimatfreunde Veronika und Heinz Häge gehören zu den 16 Gründungsmitgliedern des Heimatvereins Stupferich von 1999 und kümmern sich um das Museum wie um ihr eigenes Kind.

Stupferich – ein Ort mit Geschichte

Ursprünglich nicht aus Stupferich stammend, verliebten sich die beiden vor gut 30 Jahren in die Gegend. „Stupferich war bis etwa 1970/1980 ein lebendiges Handelszentrum mit vielen Handwerkern und Betrieben“, erklärt Heinz Häge, Vorsitzender des Vereins. Karlsruhe sei damals besonders an den Gewerbesteuereinnahmen interessiert gewesen.

Alltag vor über 100 Jahren

Die Dauerausstellung zeigt Möbel, Kleidung, Gebrauchsgegenstände und Kleinobjekte aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Viele stammen von Stupfericher Familien: „Wenn ältere Menschen sterben, fragen die Familien oft, ob wir ihre Gegenstände übernehmen möchten. Später zeigen sie ihren Kindern: ‚Schau, das gehörte deinem Großvater‘“, erzählt Häge.
Nur etwa ein Drittel der Sammlung ist dauerhaft ausgestellt, der Rest lagert im Depot und wird regelmäßig in Wechselausstellungen präsentiert.

Vom Korn bis zum Brot – zum Anfassen

Die aktuelle Ausstellung beleuchtet Getreide als Lebensgrundlage: „Es geht um seine Ursprünge, Entdeckung und Entwicklung über die Jahre“, erläutert Brunner-Häge. Zu sehen sind traditionell in Stupferich angebaute Getreidesorten – inklusive Proben zum Anfassen.
Dazu gibt es historische Mahlsteine, Fotos und Gemälde lokaler Ackerbauern sowie eine künstlerische Miniaturszene, die einen Bäcker bei der Brotherstellung zeigt. Namen wie Dresel, Muth und Nussbaumer erinnern an die Backtradition in Stupferich.

Symbolik des Brotes

„Die symbolische Bedeutung unseres täglichen Brotes kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden“, ergänzt Heinz Häge. „Es steht für tägliche Arbeit, Leben und in der Eucharistie wird das Brot zur Hostie, voller Sinn und Tiefe.“

Öffnungszeiten und Besucherinformationen

Der Heimatverein begrüßt zwischen 250 und 540 Besucher jährlich. Das Museum ist jeden zweiten und vierten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet oder nach telefonischer Anmeldung unter (07 21) 47 20 19. (vim/red.)