Bei einer Aktion der Initiative City Cleaners Germany Karlsruhe auf dem Gelände der Friedrich-List-Schule in Karlsruhe wurde deutlich, wie groß das Problem achtlos weggeworfener Zigarettenstummel ist. Gemeinsam mit dem kommunalen Ordnungsdienst sammelten fünf Ehrenamtliche innerhalb von rund drei Stunden etwa 4.000 Kippen auf dem Schulgelände ein.
Für einen Schüler wurde das Wegwerfen einer Zigarette dabei direkt teuer: Eine Mitarbeiterin des kommunalen Ordnungsdienstes verhängte vor Ort ein Bußgeld von 128 Euro, nachdem der Schüler seine Kippe im Schulhof entsorgt hatte.
Rein rechnerisch würde sich daraus eine enorme Summe ergeben. Würden alle achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel in Karlsruhe konsequent geahndet, könnten theoretisch Millionenbeträge zusammenkommen. Allein die 4.000 Kippen auf dem Schulhof hätten bei einem Bußgeld von 128 Euro pro Verstoß mehr als eine halbe Million Euro eingebracht.
Initiiert wurde die Aktion von der Grünwettersbacherin Gabriele Berblinger, Gründerin der City Cleaners Germany Karlsruhe. Die Sammelaktion war zuvor mit der Schulleitung abgestimmt worden. Neben dem Schulhof durchsuchten die Ehrenamtlichen auch Beete, Vorplätze und Fahrradunterstände nach Zigarettenresten.
„Durch unzählige Sammelaktionen, Presseartikel und öffentliche Auftritte wurde die Umweltschädlichkeit von Kippen ausreichend kommuniziert – sollte man meinen“, erklärt Berblinger. Dennoch beobachte sie, dass das Wegschnippen von Zigaretten für viele längst alltäglich geworden sei.
Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hinterließen die City Cleaners verschiedene Kreidebotschaften auf dem Schulhof. Sätze wie „Die Welt ist nicht dein Aschenbecher“, „Bußgeld“ oder „Kippen = Gift und Plastik“ sollten zum Nachdenken anregen. Zusätzlich präsentierten die Helfer einen Berg aus eingesammelten Vapes und Zigarettenschachteln.
Beim Verlassen des Schulgebäudes verteilten die Ehrenamtlichen kostenlose Taschenaschenbecher und suchten das Gespräch mit den Schülern. Dabei zeigte sich laut Berblinger, dass vielen Jugendlichen nicht bewusst ist, dass Vapes und E-Zigaretten wegen der enthaltenen Batterien nicht im Hausmüll entsorgt werden dürfen. Sie gelten als Elektro-Kleingeräte und müssen über Wertstoffhöfe oder spezielle Sammelstellen entsorgt werden.
Das Engagement der City Cleaners wird auch von offizieller Seite anerkannt. Die Stadt Karlsruhe würdigte Berblinger und ihre Mitstreiter bereits mit einer Urkunde für ihren Einsatz im Umweltbereich.
Die Initiative entstand vor sechs Jahren aus kleinen Dorfputzaktionen in den Bergdörfern. Inzwischen sind die City Cleaners in vielen Stadtteilen unterwegs – unter anderem in Neureut, Grötzingen, der Oststadt, Durlach und den Bergdörfern. Unterstützt werden Projekte unter anderem durch Mittel aus dem Nachbarschaftsfonds der Bürgerstiftung Karlsruhe.
Auch über Karlsruhe hinaus engagiert sich die Gruppe. Gemeinsam mit der Wasserökologin Ulrike Gayh organisierten die City Cleaners in Weinheim bereits Aktionen rund um Klima-, Umwelt- und Gewässerschutz. (gab/red.)
Kontakt: [email protected], die nächste Aktion findet am Freitag, 29. Mai, auf dem Karlsruher Schlossplatz statt, Helfer sind sehr willkommen.