Die Schlossgartenschule in Berghausen wird ab dem Schuljahr 2027/28 zur Ganztagsgrundschule. Der Gemeinderat entschied sich einstimmig für die Einführung einer Ganztagsschule in Wahlform. Zahlreiche Eltern verfolgten die Beratungen Ende April mit großem Interesse.
Geplant ist ein Ganztagsbetrieb an drei Tagen pro Woche. An den beiden übrigen Wochentagen bleibt es beim klassischen Halbtagsunterricht.
Besonders intensiv diskutiert wurde die tägliche Dauer des Ganztagsangebots. Mit 17 Ja-Stimmen sprach sich der Gemeinderat schließlich für das sogenannte 8-Stunden-Modell aus. Die Alternative mit sieben Stunden täglicher Betreuungszeit fand keine Mehrheit. Damit folgte das Gremium der Empfehlung von Peter Springer vom Schulamt Karlsruhe sowie Schulleiterin Ulrike Jäger. Beide hatten das längere Modell aus pädagogischer Sicht befürwortet. Es biete mehr Möglichkeiten für eine sinnvolle Rhythmisierung des Schulalltags, zusätzliche Lernzeiten, individuelle Förderung, Bewegungsangebote und Kooperationen mit Vereinen.
Einstimmig beschlossen wurde außerdem ein ergänzendes kommunales Betreuungsangebot. Die kostenpflichtige Betreuung soll den gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung vollständig abdecken – inklusive Früh- und Nachmittagsbetreuung. Entstehen soll damit ein flexibles Gesamtkonzept aus schulischem Ganztag und kommunaler Betreuung, das sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen von Familien orientiert.
Im Vorfeld hatte eine Arbeitsgruppe aus Schule, Verwaltung und Elternvertretung verschiedene Modelle erarbeitet und eine Elternbefragung durchgeführt. Dabei zeigte sich ein geteiltes Bild: Während die Meinungen zu Halbtag und Ganztag nahezu ausgeglichen waren, sprach sich eine Mehrheit der Eltern für das 7-Stunden-Modell aus.
Der Gemeinderat entschied sich dennoch für die längere Variante und folgte damit der pädagogischen Einschätzung der Fachleute.
Nach Ansicht der Verantwortlichen bietet das 8-Stunden-Modell bessere Voraussetzungen für einen rhythmisierten Schultag, bei dem Unterricht, Lernzeiten, Erholung und externe Angebote sinnvoll miteinander verbunden werden können. Auch die Zusammenarbeit mit Vereinen und kulturellen Partnern lasse sich so leichter organisieren. Die Schule betonte zudem, dass Ganztagsschule weit mehr sei als reine Betreuung: Ziel sei ein erweiterter Bildungsraum, der Kinder individuell fördert und Familien im Alltag entlastet. (svs/red.)