Seit Jahren wartet Grünwettersbach auf einen neuen Lebensmittelmarkt – jetzt erhöht die CDU/FW-Fraktion im Ortschaftsrat den Druck auf die Stadtverwaltung. Mit einem neuen Antrag fordert die Fraktion einen verbindlichen Zeitplan für das weitere Vorgehen sowie Klarheit über die bisherigen Verzögerungen.
Bereits 2018 war die genossenschaftliche Edeka-Gruppe als künftiger Betreiber eines Lebensmittelmarktes favorisiert worden. Grundlage dafür war eine öffentliche Ausschreibung. Die Stadt Karlsruhe kaufte dafür ein verkehrsgünstig gelegenes Grundstück an der Wiesenstraße – direkt neben Feuerwehr und Wertstoffstation. Doch bis heute kam es zu keiner vertraglichen Einigung zwischen der Stadt und der Edeka-Gruppe, zu der auch der Discounter Netto gehört.
2024 reichte Edeka überarbeitete Planungsunterlagen ein, die von den ursprünglichen Ausschreibungsvorgaben abwichen. Statt eines eingeschossigen Gebäudes plante das Unternehmen nun einen zweigeschossigen Bau, um die Nutzungsmöglichkeiten zu erweitern.
Ein Einvernehmen mit dem zuständigen Dezernat IV der Stadt Karlsruhe kam jedoch nicht zustande. Damit wurde eine erneute Ausschreibung notwendig.
Die CDU/FW-Fraktion fordert nun konkrete Aussagen dazu, welche technischen Probleme die bisherigen Planungen verhindert haben. Außerdem soll ein verbindlicher Zeitplan für ein neues Ausschreibungsverfahren und mögliche Änderungen am vorhabenbezogenen Bebauungsplan vorgelegt werden.
Darüber hinaus wünschen sich die Ortschaftsräte ein städtebauliches Gesamtkonzept für Wettersbach, in das die Nahversorgung ausdrücklich eingebunden wird.
„Wir erwarten keinen Supermarkt mit goldenen Wasserhähnen, wohl aber eine zeitnahe Realisierung eines brauchbaren Lebensmittelmarktes“, sagte Roland Jourdan (CDU/FW) in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats. Bereits zum 28. Mal beschäftigte sich das Gremium mit dem Thema.
Jourdan forderte nun endlich „vorzeigbare Lösungen“. Auch Ortsvorsteherin Kerstin Tron betonte die Bedeutung einer funktionierenden Nahversorgung für Grünwettersbach. Sie kündigte an, weiter an dem Thema dranzubleiben und den Ortschaftsrat zeitnah über Fortschritte zu informieren. (sfe/red.)