Mit der Einstellung von „Grötzingen Aktuell“ entstand für viele Vereine im Ort eine zentrale Frage: Wie bleiben Vereinsleben, Veranstaltungen und ehrenamtliches Engagement künftig sichtbar? Vier Grötzinger Vereine haben darauf gemeinsam eine Antwort gefunden – mit den neuen Grötzinger Vereinsnachrichten (GVN), die künftig im Vier-Monats-Rhythmus erscheinen sollen.
Initiator des Projekts ist Hans-Ulrich Dehnicke, Vorsitzender des VdK-Ortsverbands Grötzingen. Die Idee entstand aus dem Wunsch heraus, die kulturelle Vielfalt und das lebendige Vereinsleben im Stadtteil dauerhaft zu erhalten.
„Ich möchte – ganz im Sinne von Herbert Schweizer, dem letzten Bürgermeister Grötzingens in den 1970er-Jahren – die kulturelle Identität des Ortes bewahren. Grötzingen soll auch künftig ein lebendiger Stadtteil mit einem reichen Vereinsleben bleiben und nicht zu einem reinen Schlafstadtteil werden“, erklärt Dehnicke.
Das neue Magazin im DIN-A5-Format soll weit mehr sein als ein klassisches Mitteilungsblatt. Neben Veranstaltungshinweisen und Berichten aus dem Vereinsleben möchte es Menschen miteinander verbinden und das vielfältige Engagement im Ort sichtbar machen.
An der ersten Ausgabe beteiligen sich der VdK Ortsverband Grötzingen, die AWO Grötzingen, die Heimatfreunde Grötzingen sowie die Naturfreunde Grötzingen. Die Zusammenarbeit kommt nicht von ungefähr.
„Zwischen den Vereinen bestehen seit Jahren enge Verbindungen und persönliche Freundschaften. Das hat die Entwicklung des Projekts deutlich erleichtert“, sagt Dehnicke.
Geplant sind Berichte, Interviews, Rückblicke, Veranstaltungstipps und Informationen aus den Vereinen. Besonderes Augenmerk liegt darauf, auch jüngere Menschen und Familien zu erreichen. Deshalb steht bereits jetzt eine digitale Ausgabe für Mitglieder zur Verfügung.
Für Dehnicke ist die Zielsetzung klar: „Grötzingen ist der Kulturstadtteil von Karlsruhe. Diese kulturelle Identität braucht Öffentlichkeit, um erlebbar zu sein. Gleichzeitig brauchen die Vereine eine gemeinsame Stimme, um wahrgenommen zu werden.“
Die Vereinsnachrichten sollen informativ, lebendig und inspirierend sein. Sie sollen Interesse an Kultur und Vereinsarbeit wecken und zugleich als Nachschlagewerk für Veranstaltungen dienen.
Die Redaktion und Organisation erfolgen derzeit überwiegend ehrenamtlich. Langfristig soll das Projekt jedoch auf eine breitere Basis gestellt werden. Dehnicke stellte die Vereinsnachrichten bereits bei der Arbeitsgemeinschaft der Grötzinger Vereine und Kulturschaffenden (Arge) vor und stieß dabei auf großes Interesse.
„Die Vereine benötigen Zeit, um ihre Mitglieder und Vorstände einzubinden. Mein Ziel ist es, dass die Vereinsnachrichten ab 2027 unter dem Dach der Arge erscheinen“, erläutert Dehnicke. Mit dann insgesamt 26 Vereinen werde allerdings auch eine professionelle Redaktionsstruktur notwendig sein.
Ein Workshop am 22. Juni soll weitere Perspektiven für die Zukunft des Projekts entwickeln.
Für die zweite Ausgabe stehen die Termine bereits fest: Bis zum 1. Juli können interessierte Vereine ihre Teilnahme anmelden. Redaktionsschluss ist am 31. Juli, der August ist für Gestaltung und Produktion vorgesehen. Erscheinen soll die nächste Ausgabe im September.
Je mehr Vereine sich beteiligen, desto wirtschaftlicher wird das Projekt. Künftig sind daher auch eine gedruckte Auflage und eine Verteilung im gesamten Ort denkbar.
Finanziert werden die Grötzinger Vereinsnachrichten zunächst über die beteiligten Vereine. Auf Anzeigen und aktive Sponsorensuche wird derzeit bewusst verzichtet.
Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies durch eine Spende an die beteiligten Vereine tun. Die ersten Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen bereits, dass die Idee auf großes Interesse stößt und den Nerv vieler Grötzinger trifft. (emr/red.)