Mit der Eröffnung seiner neuen Bar am Schlossplatz hat das Hotel Der Blaue Reiter einen weiteren Anziehungspunkt in der Durlacher Altstadt geschaffen. Der Startschuss fiel im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags „Durlach blüht auf“ – und übertraf die Erwartungen der Verantwortlichen deutlich.
„Die Resonanz hat uns ehrlich überrascht – im besten Sinne“, sagt Geschäftsführer Markus Fränkle. Bereits am ersten Tag sei deutlich geworden, dass viele Menschen in Durlach auf ein solches Angebot gewartet hätten.
Die Idee für die Bar entwickelte sich aus dem „Kaishi“, einem modernen Foodkonzept mit asiatischen Einflüssen, das ursprünglich gemeinsam mit einer Auszubildenden entstanden war. Daraus wuchs der Wunsch nach einem neuen Projekt, das noch stärker von jungen Menschen getragen wird. „Wir wollten bewusst wieder ein echtes Azubiprojekt schaffen – mit Verantwortung, Freiraum und echten Entscheidungen“, erklärt Fränkle.
Für Fränkle besitzt der Schlossplatz eine besondere Bedeutung. Mit der Karlsburg, kurzen Wegen und seiner zentralen Lage sei er „das Herz von Durlach“. Gleichzeitig habe der Platz in den vergangenen Jahren nicht immer die Aufmerksamkeit und Lebendigkeit erhalten, die ihm zustehe.
„Der Schlossplatz hat so viel Potenzial – wir wollen ihm wieder die Bühne geben, die er verdient“, betont der Hotelchef.
Der große Besucherandrang zur Eröffnung stellte das junge Team zunächst vor Herausforderungen. Die Gäste hätten jedoch viel Verständnis gezeigt. Bereits in den Tagen danach wurden zahlreiche Abläufe optimiert. Schon zum Start habe sich das Team an einen Großteil des Angebots gewagt. Die Auszubildenden und dual Studierenden hätten sich „nahezu an die komplette Karte herangetraut“, so Fränkle.
Das Besondere an der neuen Bar ist ihr Konzept: Auszubildende, dual Studierende und Quereinsteiger übernehmen nicht nur Aufgaben im Service, sondern gestalten viele Bereiche eigenständig. Dazu gehören Einkauf, Vorbereitung, Reinigung, Marketing sowie die Entwicklung von Angeboten.
Fränkle versteht seine Rolle dabei vor allem als Begleiter und Unterstützer. „Das hier ist kein Übungsraum – das ist Realität. Und genau das macht den Unterschied.“
Auch die Hotelfachauszubildende Nele Laue schätzt die Verantwortung, die ihr übertragen wird. „Wir bekommen hier Vertrauen geschenkt – und das motiviert uns, unser Bestes zu geben.“ Das Projekt fühle sich „ein bisschen wie ein eigenes kleines Unternehmen“ an. Neben dem Service lerne das Team vor allem Organisation, Planung, Teamarbeit und unternehmerisches Denken.
Ähnlich sieht es der duale Student Niklas Hutt: „Man spricht nicht nur über Unternehmertum, sondern steht plötzlich selbst vor Entscheidungen, die funktionieren müssen.“ Gerade die Herausforderungen des Alltags seien besonders lehrreich. „Man sieht Fehler sofort, verbessert Abläufe und wächst als Team mit jedem Tag weiter.“
Bei gutem Wetter soll die Bar künftig von Montag bis Samstag geöffnet sein. Geplant sind verschiedene Themenschwerpunkte: Dienstags und mittwochs werden mittags Bowls von Dean & David angeboten – auch zum Mitnehmen. Donnerstags stehen Weine des Weinguts Lergenmüller im Mittelpunkt, freitags Spirituosen von Mr. Chura.
Der Samstag soll sich als besonderer Aktionstag etablieren. Vorgesehen sind wechselnde Angebote wie Crémant und Austern, Hummersandwiches oder ein Weißwurstfrühstück.
Ergänzt wird das Konzept durch saisonale Aktionen, etwa ein „Herrengedeck“ an Vatertag oder Feuerzangenbowle in der Adventszeit. Für Fränkle ist die neue Bar kein kurzfristiges Projekt, sondern eine langfristige Investition in den Standort. Ziel sei ein Ort der Begegnung – für den schnellen Kaffee, ein Glas Wein am Abend, besondere Veranstaltungen oder Sektempfänge bei Hochzeiten rund um die Karlsburg. (ebi/red.)