Wolfartsweier Redaktion

Jakobskirche Wolfartsweier: Stiftung kämpft für Erhalt des historischen Gebäudes

7. Juli 2026 Lesedauer
Foto: Jennifer Warzecha
Foto: Jennifer Warzecha

Die Jakobskirche soll auch künftig ein offener Treffpunkt für die Menschen in Wolfartsweier bleiben. Mit diesem Ziel stellten Hans-Jürgen Göbert und seine Frau Dagmar Mitte Juni im Ortschaftsrat ihre Stiftung zum Erhalt des historischen Gotteshauses vor.
„Uns ist wichtig, dass die Jakobskirche offen im Dorf bleibt. Sie ist ein Lebensmittelpunkt der Menschen in Wolfartsweier, weil sie hier getauft und konfirmiert wurden und gegebenenfalls auch geheiratet haben. Sie ist eine der beiden ältesten Kirchen in Karlsruhe und steht unter Denkmalschutz“, betonte Hans-Jürgen Göbert.

Reaktion auf Sparmaßnahmen der Landeskirche

Hintergrund der Initiative sind die Sparmaßnahmen der Evangelischen Landeskirche. Mithilfe einer sogenannten Gebäudeampel wird entschieden, welche Kirchengebäude langfristig erhalten, saniert oder aufgegeben werden. Für die Jakobskirche steht die Ampel derzeit auf Gelb. Das bedeutet, dass die Landeskirche die laufenden Unterhaltskosten künftig nicht mehr übernimmt.

Um den Erhalt des Gebäudes dennoch zu sichern, gründete die Familie Göbert im Dezember 2024 einen Stiftungsfonds. Künftig sollen die Erträge des Stiftungskapitals die Finanzierung des laufenden Unterhalts ermöglichen.
„Bis Ende des Jahres rechnen wir durch Zustiftungen und Spenden mit einem Stiftungsvermögen von rund 100.000 Euro“, erklärte Göbert. Langfristig seien jedoch mindestens 200.000 Euro Stiftungskapital erforderlich, um die Unterhaltskosten dauerhaft tragen zu können. Bis Ende Juli soll zudem ermittelt werden, welche Bau- und Sanierungsmaßnahmen in den kommenden Jahren notwendig werden und welcher Finanzbedarf daraus entsteht.

Mehr als ein Gotteshaus

Nach den Vorstellungen der Stiftung soll die Jakobskirche nicht nur für Gottesdienste genutzt werden. In enger Abstimmung mit Pfarrteam und Ältestenkreis soll sie sich als Ort der Begegnung für alle Bürgerinnen und Bürger etablieren. Geplant sind deshalb auch kulturelle Veranstaltungen, um die Identifikation der Bevölkerung mit dem historischen Gebäude weiter zu stärken.

Veranstaltungen sollen Aufmerksamkeit schaffen

Mit mehreren Aktionen möchte die Stiftung in diesem Jahr auf ihre Arbeit aufmerksam machen. Die Jubelkonfirmation am 12. Juli soll genutzt werden, um über die Situation der Jakobskirche und die Ziele der Stiftung zu informieren. Am Tag des offenen Denkmals am 13. September werden Führungen für Erwachsene und Kinder angeboten. Am 2. Oktober beteiligt sich die Stiftung außerdem an der „Langen Nacht der Demokratie“. Eine Historikerin, die in der DDR aufgewachsen ist und am Aufbau der Stasi-Gedenkstätte in Dresden mitgewirkt hat, wird zum Thema „Demokratie – Politik – Kirche“ sprechen.
„Wir möchten einerseits Interessierte über das Thema informieren und andererseits Impulse für eine Diskussion geben“, sagte Göbert. Im Advent ist zudem eine vorweihnachtliche Andacht mit anschließendem Glühweinabend geplant.

Stadt und Kirche verfolgen gemeinsame Pläne

Ortsvorsteher Anton Huber dankte Hans-Jürgen Göbert für dessen Engagement. Gleichzeitig verwies er auf einen sogenannten Letter of Intent zwischen der Stadt Karlsruhe und der Evangelischen Kirche. Demnach soll die ehemalige Aussegnungshalle in Wolfartsweier umgebaut werden. Dort könnte künftig das heutige Gemeindezentrum untergebracht werden. Im Gegenzug hätte die Stadt die Möglichkeit, das bisherige Grundstück des Gemeindezentrums zu erwerben, um dort neuen Wohnraum zu schaffen. (jewa/red.)