Grünwettersbach Redaktion

Freude und Wut im Skulpturenpark: Installation vor Eröffnung beschädigt

29. September 2026 Lesedauer
Foto: Stefan F. Esser
Foto: Stefan F. Esser

Noch vor der feierlichen Übergabe von zwei weiteren Kunstwerken an den Wettersbacher Skulpturenpark ist eines der Exponate von Vandalen beschädigt worden. Es handelt sich um eine rund fünf Meter hohe Skulptur des Schweizer Aktionskünstlers Pavel Schmidt. Das Objekt besteht aus sieben Pumpenständern mit einer Schwengelpumpe an der Spitze. An ihrem jetzigen Standort in der Mitte des Skulpturenparks setzt die Skulptur einen markanten grafischen Akzent in der Landschaft.

„Es macht mich wütend, aber zugleich auch zuversichtlich“, sagt Hans-Ulrich Bittighofer, Vorsitzender des Vereins Kult Art Wettersbach e.V. Wütend macht den Stifter der beiden Kunstobjekte, wenn Menschen keine Achtung vor der Leistung anderer haben und deren Arbeiten respektlos beschädigen. Zuversicht gibt ihm hingegen das spontane Zusammenwirken von Mitbürgern, Ortsverwaltung und offener Jugendwerkstatt bei der raschen Beseitigung des Schadens. So konnte das Exponat mit dem ausschweifenden Titel „acqua-majm-wasser-lèau-water-voda-nero-aqua“ termingerecht und in einwandfreiem Zustand der Öffentlichkeit übergeben werden.

Täter unbekannt

Zu den Verursachern der sinnlosen Beschädigung am neuen Kunstobjekt gibt es bisher keine verwertbaren Erkenntnisse. Die Täter im Kreis rachsüchtiger Kleingärtner zu vermuten, ist jedoch abwegig. Selbst wenn der künstlerische Werdegang von Pavel Schmidt eine gewisse Tatmotivation beflügeln könnte, wäre ein solcher Verdacht unbegründet. Die künstlerische Reputation des 1956 in Bratislava geborenen Schweizers ist auch durch seine vielfach provokanten Happenings entstanden. Bei spektakulären Kunst-Präsentationen zelebrierte er mehrfach die plakative Sprengung von Gartenzwergen.

Dank an den Verein KultArt

Ortsvorsteherin Kerstin Tron dankte dem Verein KultArt und seinen Mitgliedern für die erneute Schenkung von Kunstobjekten an die Stadt Karlsruhe. Damit leistet der Verein einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in den Stadtteilen. Ohne das Zusammenwirken von Kulturamt, Ortsverwaltung, örtlichem Bauhof und engagierten Menschen sei eine solche Bereicherung des öffentlichen Raums nicht denkbar, sagte Tron.

Zweites Kunstobjekt zum Hinsehen

Das zweite neu hinzugekommene Kunstobjekt von Robert Schadt bereichert den Skulpturenpark am Eingang an der Wiesenstraße. Das von Bäumen umgebene Exponat mit dem Titel „Enfime für RF“ erschließt sich dem Besucher nicht auf den ersten Blick. Zu natürlich fügt sich die rund vier Meter hohe, schlanke Stahlskulptur mit ihrer braunen Farbe in das pflanzliche Umfeld des Standorts ein.
Der Spaziergänger muss schon genauer hinsehen, um das Kunstwerk in seiner Gesamtheit zu entdecken. Das ist durchaus nicht ungewöhnlich für die Werke des 1953 in Ravensburg geborenen Stahlbildhauers Robert Schadt. Trotz des von ihm verarbeiteten Stahls mit seiner Härte und Kälte vermittelt das Kunstwerk den Eindruck des Pflanzlichen. (sfe/red.)