Pfinztal Redaktion

Ein Lastenrad für alle: Pfinztal setzt auf nachhaltige Mobilität

7. Oktober 2026 Lesedauer
Foto: E. Turinsky
Foto: E. Turinsky

Ob für den Einkauf, den Kindertransport oder den Weg zum Baumarkt: In Pfinztal steht dauerhaft ein eigenes E-Lastenrad zur Verfügung. Das „Lastenkarle“ kann kostenlos ausgeliehen werden. Bei der offiziellen Einweihung in der Tiefgarage am Europaplatz in Berghausen wurden das Lastenrad und die dazugehörige Lastenradbox vorgestellt.

Erfolgreicher Testlauf

Entstanden ist das Angebot durch den Arbeitskreis Mobilität der Gemeinde Pfinztal in Zusammenarbeit mit der Lastenrad-Initiative Karlsruhe e.V. Bereits 2024 war drei Monate lang probeweise ein Lastenrad in Pfinztal im Einsatz. Die Nachfrage war trotz der Herbst- und Wintermonate groß: Rund 80 Prozent der Zeit war das Rad gebucht.
„Ein Lastenrad können sich nicht alle leisten. Der Bedarf ist also da“, sagte Eva Kemp vom Arbeitskreis Mobilität, die durch die Veranstaltung führte. Finanziert wurde die Anschaffung aus mehreren Quellen: Eine größere private Spende aus Pfinztal, Fördermittel der Stadt Karlsruhe sowie ein zehnprozentiger Rabatt der Fahrradhandlung Rad & Tat machten das rund 9.700 Euro teure Lastenrad möglich.
Bürgermeisterstellvertreter Frank Hörter bezeichnete das Projekt als einen „Meilenstein“. Die Mobilitätswende sei für Pfinztal „eine ganz wichtige Sache“, bei der alle Verkehrsteilnehmer gleich behandelt werden müssten. Die erfolgreiche Testphase habe gezeigt, dass ein solches Angebot von der Bevölkerung mit offenen Armen angenommen werde.

Für Kinder und größere Einkäufe

Tim Heek, Vorstand der Lastenrad-Initiative Karlsruhe, stellte anschließend die Ausstattung des neuen Rades vor. Das Modell ist insbesondere für den Transport von Kindern ausgelegt. Auf der Sitzbank finden zwei Kinder Platz, ein Verdeck schützt vor Regen und UV-Strahlung.
Das Lastenkarle verfügt außerdem über eine Federung und eine Automatikschaltung. Je nach Fahrweise und Unterstützungsstufe sind mit dem Akku etwa 50 bis 100 Kilometer Reichweite möglich. Bei Bedarf kann ein zweiter Akku eingesetzt werden. Das Rad kann eine Zusatzlast von 60 bis 70 Kilogramm transportieren. Die maximale Ausleihdauer beträgt drei Werktage. Das Lastenkarle ist zudem gegen Diebstahl, Vandalismus und Unfälle versichert.

Kostenlos ausleihen

Die Buchung erfolgt online über das System der Lastenrad-Initiative. Eine Mitgliedschaft ist nicht erforderlich. Der Schlüssel kann anschließend beim Hörakustikladen „Der Hinhörer“ in Pfinztal abgeholt werden. Das Geschäft von Michael Krogmann übernimmt die Betreuung der Ausleihstation vor Ort.
Krogmann sieht in der Kooperation auch eine Möglichkeit, für Kundinnen und Kunden eine zusätzliche Anlaufstelle im Ort zu schaffen. Ebenfalls zur Einweihung eingeladen war Gemeindereferentin Manuela Sauter. Sie segnete das Fahrrad und die künftigen Fahrerinnen und Fahrer. „Ich habe schon Feuerwehrautos und Rot-Kreuz-Wagen gesegnet, aber ein Lastenkarle ist tatsächlich auch für mich Premiere“, sagte sie und bedankte sich dafür, dass an die Kirche gedacht wurde.
Mit dem neuen Lastenkarle wird das Angebot nachhaltiger Mobilität in Pfinztal dauerhaft ergänzt. Die Beteiligten zeigten sich zudem offen dafür, das Modell künftig auch auf weitere Standorte im Umkreis auszuweiten. (emt/red.)