Hohenwettersbach Pressemitteilung

Schwalbenhaus eingeweiht: Kooperationsprojekt für den Vogelschutz

8. Oktober 2026 Lesedauer

Noch sind die fliegenden Bewohner nicht eingezogen, doch alle 24 Nester sind bereits bezugsfertig: In Hohenwettersbach wurde Anfang Oktober ein Schwalbenhaus eingeweiht – das erste im Höhenstadtteil. Das Häusle steht am Rand des Golfplatzes Gut Batzenhof an der Ecke Rosengarten/Batzenhofweg und ist in gemeinsamer Arbeit entstanden. Vier Schülerinnen des Ludwig-Marum-Gymnasiums Pfinztal haben im Rahmen einer sechsmonatigen Projektarbeit daran gewerkelt. Unterstützt wurden sie dabei von der Offenen Jugendwerkstatt Karlsruhe (OJW).
„Ein echter Spaß“ sei die Arbeit gewesen, berichtete Hans Riem von der Offenen Jugendwerkstatt bei der Einweihung. Die Zehntklässlerinnen Lea, Nele, Jojo und Hanna hätten dabei viel Engagement und handwerkliches Geschick bewiesen. Das Fundament für das mehrere hundert Kilogramm schwere Schwalbenhaus wurde von Mitarbeitenden der Golfplatzverwaltung gegossen.
Hohenwettersbachs Ortsvorsteherin Elke Ernemann dankte bei der Einweihung den Schülerinnen sowie allen Beteiligten für ihren Einsatz. An der Finanzierung waren der NABU, das städtische Umweltamt und die Artenschutzstiftung des Karlsruher Zoos beteiligt. Auch das Netzwerk NATUR Bergdörfer hatte sich an der Planung beteiligt.

Schwalben finden immer weniger geeignete Nistplätze

Der Schwalbenbestand in Hohenwettersbach sei derzeit solide, erklärte Artur Bossert vom NABU. Das neue Schwalbenhaus soll dazu beitragen, ihn langfristig zu stabilisieren. Mit der Aktion „Schwalben willkommen“ setzt sich der NABU für den Schutz der Vögel ein. Dafür werden unter anderem Kunstnester an Gebäuden angebracht oder Schwalbenhäuser errichtet.
Denn Schwalben finden in Deutschland zunehmend weniger geeignete Lebens- und Nistbedingungen. Zu den Ursachen zählen unter anderem die Versiegelung von Flächen, die Umwandlung von Grünland in intensiv bewirtschaftete Äcker und der Einsatz von Insektiziden. Auch moderne Fassaden bieten den Vögeln häufig keinen ausreichenden Halt für den Nestbau. Hinzu kommt, dass geeignete lehmige Böden, die Schwalben für den Bau ihrer Nester benötigen, vielerorts fehlen.
In Hohenwettersbach gebe es allerdings noch natürliche Schwalbennester an Häusern, so der Vogelexperte.

Erste Mehlschwalben sollen im Frühjahr einziehen

Für das neue Schwalbenhaus plant der NABU noch die Anschaffung einer solarbetriebenen Klangattrappe. Sie soll artspezifische Rufe abspielen und dadurch vorbeifliegende Mehlschwalben auf die Nistplätze aufmerksam machen.
Wenn alles nach Plan läuft, können im kommenden Frühjahr die ersten Mehlschwalben in ihr neues Quartier am Golfplatz Gut Batzenhof einziehen.