Eine eigene eingezäunte Hundeauslauffläche für Grötzingen ist grundsätzlich denkbar. Das geht aus einer Stellungnahme der Ortsverwaltung zu einem Antrag der CDU-Fraktion hervor, der am 15. Juli im Ortschaftsrat beraten wurde. Als geeignetster Standort wurde dabei das inzwischen nicht mehr sportlich genutzte Sportfeld 3 des VfB Grötzingen ausgemacht.
Die CDU hatte beantragt, prüfen zu lassen, ob in Grötzingen eine eigene Hundeauslauffläche eingerichtet werden könnte. Hintergrund sind wiederkehrende Konflikte zwischen Hundehaltern, Radfahrern, Joggern und Spaziergängern. Diese treten insbesondere auf gemeinsam genutzten Wegen auf, etwa im Bereich zwischen Pfinz und Bahnstrecke. Eine ausgewiesene Fläche könnte nach Ansicht der Fraktion dazu beitragen, Begegnungen im öffentlichen Raum zu entspannen und Hunden zusätzliche Bewegungsmöglichkeiten zu bieten.
Die Ortsverwaltung untersuchte daraufhin mögliche Standorte. Bereits 2022 hatte die Stadt Karlsruhe im gesamten Stadtgebiet potenzielle Flächen für Hundeausläufe geprüft. Damals ließ sich für Grötzingen kein geeigneter Standort finden. Nun wurde die Suche erneut aufgenommen. Verschiedene Grünflächen wurden dabei hinsichtlich ihrer Erreichbarkeit, möglicher Nutzungskonflikte und der Eigentumsverhältnisse bewertet.
Eine mögliche Fläche liegt südlich des Friedhofs im Bereich Dausäcker. Aufgrund der Entfernung zur Wohnbebauung wären dort kaum Nutzungskonflikte zu erwarten. Allerdings sind die Grundstücke stark kleinteilig parzelliert und befinden sich überwiegend in privatem Eigentum. Der notwendige Grundstückserwerb wäre deshalb mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden.
Als deutlich realistischer bewertet die Ortsverwaltung den ehemaligen Sportplatz 3 des VfB Grötzingen. Die Fläche gehört der Ortsverwaltung und ist derzeit an den Sportverein verpachtet. Für den Sportbetrieb wird sie bereits seit längerer Zeit nicht mehr genutzt. Die verkehrliche Erreichbarkeit ist gut. Allerdings müssten mögliche Konflikte mit angrenzenden Sportflächen berücksichtigt werden. Eine Einfriedung wäre daher zwingend erforderlich.
Auch finanziell wäre die Einrichtung mit einem gewissen Aufwand verbunden. Als Vergleich diente die Hundeauslauffläche in der Karlsruher Günther-Klotz-Anlage mit einer Größe von rund 4.600 Quadratmetern. Für eine vergleichbare Fläche in Grötzingen würden allein für einen einfachen Maschendrahtzaun zwischen rund 9.450 und 13.500 Euro anfallen. Hinzu kämen Kosten für Tore, Beschilderung und Abfallbehälter. Auch die laufende Pflege und Unterhaltung müssten finanziell eingeplant werden. Bei einer Fläche dieser Größe rechnet die Verwaltung mit jährlichen Pflegekosten im niedrigen vierstelligen Bereich.
In der Diskussion wurde deutlich, dass die Verwaltung eine Hundeauslauffläche zwar nicht grundsätzlich ablehnt, angesichts der aktuellen finanziellen Situation aber eine Abwägung für notwendig hält. Eine solche Einrichtung sei ein zusätzliches Angebot, also ein „Nice-to-have“, während gleichzeitig zahlreiche Pflichtaufgaben finanziert werden müssten. Mit der Prüfung habe man jedoch eine belastbare Datengrundlage für die weitere politische Beratung schaffen wollen.
Auch der tatsächliche Bedarf wurde hinterfragt. Grötzingen verfüge durch die Nähe zu Feldwegen, Wirtschaftswegen und den Außenbereichen bereits über zahlreiche Möglichkeiten für Spaziergänge mit Hunden. Zudem lasse sich nicht sicher nachweisen, in welchem Umfang eine eingezäunte Auslauffläche tatsächlich dazu beitragen würde, Konflikte im öffentlichen Raum zu reduzieren.
Eine Entscheidung über die Einrichtung einer Hundeauslauffläche wurde in der Sitzung nicht getroffen. (svs/red.)